Dessert

Ziegenfrischkäseparfait mit Cassisfrüchten

Was passiert, wenn sich unerwartet Feigen in Deinem Haushalt wiederfinden? Zumindest war es für dich einen momentlang unerwartet, als du sie gierig in deinen Einkaufswagen legtest. So ist es mir letzte Woche im Supermarkt meiner Wahl ergangen, als ich berauscht vom Anblick der Früchte und des Gemüses einfach zu den rundlichen Feigen griff. Es gab natürlich einen Haken an der Sache: Ich hatte noch nie zuvor frische Feigen gekauft, geschweige den gegessen. Somit hatte ich keine Ahnung: von Nichts. Es hätte mir eine Warnung sein sollen, dass diese lieblichen Früchte im Preis reduziert waren und ihre Schale sehr, sehr dunkel und weich. Geschweige denn, dass ich eine Ahnung davon gehabt hätte, was man damit anstellen kann! Ich lies die Feigen daheim im Kühlschrank auf mich wirken und konsultierte Pinterest, meine derzeit bevorzugte Wahl wenn es um die Suche nach neuen und kreativen Rezepten geht. Gratinierte Feigen, Feigen mit Honig, Feigen mit Ziegenkäse. Diese drei Kombinationen fanden sich beinahe überall, so dass mir langsam dämmerte, dass das ideale Begleiter für die Feigen wären. Allerdings brauchte es noch eine Weile, bis ich mich entscheiden konnte und so waren die Feigen nach 3 Tagen übrigens matschig. Als ich aber in meinem neustem Büchereibackwerkbuch „Sweets“ von Nicole Stich (traumhaftes Buch!) ein Rezept für ein Ziegenkäseparfait mit Cassisfrüchten fand, inklusive Honig, Feigen und Ziegenfrischkäse, wollte ich nicht mehr von meinem Plan lassen und besorgte mir einfach wieder Feigen! Diesmal natürlich etwas frischer. Was zur Hölle ist eigentlich Parfait? Bisher kannte ich Parfait nur aus „Shrek“, als der Esel Shrek davon erzählte, dass doch JEDER Parfait mag. Mittlerweile weiß ich, nachdem selbst mein überaus wählerischer Sohn es verschlang, der Esel hatte Recht. Hier also das Rezept:

Zutaten für die Früchte:

3-4 Feigen, 2 feste Birnen, 1 Zweig Rosmarin (Alternative: Zimtstange mit Lebkuchengewürz), 60g Süß- oder Sauerkirschen (aus dem Glas), 1-2 EL Vanillezucker, 1/2l schwarzer Johannisbeersaft (Alternative: Traubensaft oder kräftiger Rotwein)

Für das Parfait:

4 Eigelb, 2 EL Vanillezucker, 2 EL Honig, 70g Ziegenfrischkäse, 200g Sahne, 75g Cantuccini

Gefäß: 4-6 Förmchen (ich nahm Fitzauf-Förmchen der schwäbischen Großtante)

1. Zunächst die Früchte vorbereiten. Dazu die Feigen dünn schälen, Birnen schälen und vierteln, Rosmarin abbrausen und trocknen. Alles zusammen mit Kirschen, Vanillezucker und Johannisbeersaft in einem Topf aufkochen und bei geringer Hitze ca. 10 Minuten köcheln lassen. Abkühlen lassen und am besten über Nacht (mind. 12 Stunden) im Kühlschrank durchziehen lassen.

FruchtsoßeIn meinem Fall habe ich die Birnen erst kurz vor Ende der Kochzeit hinzugegeben, da sie bereits sehr weich waren und durch das 10 minütige Köcheln vermutlich völlig zermanscht gewesen wären.

2. Dann um das Parfait kümmern. Dazu ein heißes Wasserbad vorbereiten und einen Topf mit kalten Wasser breitstellen. Dann Eigelbe, Vanillezucker und Honig in eine Metalschüssel geben und mit dem Schneebesen (ich nahm einfach den Handmixer) über dem heißen Wasserbad in 3-5 Minuten cremig aufschlagen. In die Schüssel mit kaltem Wasser setzen und Creme kalt schlagen. Ziegenfrischkäse unterrühren, wer es gerne „ziegiger“ mag nimmt mehr. Ich hatte 70g und das war genau richtig, sehr sehr mild, aber man schmeckte es ganz leicht und zart heraus.

Kurz vor Sahne.
Kurz vor Sahne.

3. Sahne steif schlagen und erst ein Drittel unter die Käsemasse rühren, dann den Rest vorsichtig mit unterheben, damit die Masse schön fluffig bleibt. In die Förmchen oder Tassen füllen und auch wieder 12. Stunden tiefkühlen.

Abgefüllt

4. Am nächsten Tag erstmal die Soße vorbereiten. Dazu den Sud und Früchte durch ein Sieb gießen, Sud auffangen. Diesen zurück in einen Topf geben und bei mittlerer bis starker Hitze um zwei Drittel reduzieren lassen. Mit dem Früchten bereits die Desserteller garnieren.

Sud reduzieren.
Sud reduzieren.

5. Die Cantuccini in einer Küchenmaschine oder was auch immer du zum Zerhäkseln nimmst fein hacken und in eine Schüssel geben. Die Förmchen kurz in heißes Wasser tauschen, mit einem Messer am Rand entlangfahren und die Parfais direkt in die Brösel plumpsen lassen. Jedes Parfait schnell in den Keksbröseln „panieren“, auf den vorbereiteten Teller geben und bis zum Servieren wieder ins das Tiefkühlfach stellen.

6. 5-10 Minuten vor dem Servieren antauen lassen, Sud über die Früchte geben. Genießen.

Es ist vollbracht.
Es ist vollbracht.

Fazit:

Man kann und muss es einen Tag eher vorbereiten, was bei spontanen Heißhungerattacken wenig hilfreich ist, aber wunderbar für Gäste. Zudem ist es relativ simpel, ich musste keine besonderen Küchentricks anwenden und der Aufwand sowie auch die Kosten halten sich in Grenzen. Geschmacklich finde ich es ganz großartig, besonders durch die leichte Honig- und Ziegenkäsenote. Mein Sohn mochte die Früchte nicht, aber er isst zur Zeit generell kein Obst. (Es sei denn man sagt ihm es seien trockene Nudeln OHNE Soße.) Die Soße schmeckte durch den Rosmarin ebenfalls hervorragend, auf keinen Fall den Rosmarin weglassen! ICH WEIß ENDLICH WAS EIN PARFAIT IST! \o/

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